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Die stetig ansteigende Gewaltbereitschaft hat mich bewogen, den Versuch zu unternehmen, positiv steuernd auf Heranwachsende und ausgleichend auf Erwachsene einzugehen.

Da ich seit zwischenzeitlich 23 Jahren ein Einzelhandelsunternehmen (Triathlon- und Radsportgeschäft) in Pfersee führe, wurde ich immer häufiger mit den Folgen gewalttätigen Verhaltens konfrontiert.

In den letzten Jahren kamen immer mehr Kinder/Jugendliche und auch Erwachsene in das Geschäft, um ihre beschädigten und mutwillig zerstörten Fahrräder zur Reparatur abzugeben. Ein Hinterfragen des Ursprunges ließ erkennen, dass nicht nur in Bereichen örtlicher Schulen (nicht immer eigene Schüler) sondern auch der Innenstadt mit immer stärkeren Zerstörungen zu rechnen sei. Teilweise ist es bereits zu Konfrontationen mit unbeteiligten Personen/Passanten gekommen.

Als ein weiterer Schritt ist das ansteigende aggressive Verhalten gegenüber Lehrpersonal und Bediensteten aus dem öffentlichen Bereich (z.B. Bademeister, Lehrer, Fahrer im öffentlichen Nahverkehr, sogar Ärzte und Polizei...) herauszustellen.

Hier setzen diese wichtigen Maßnahmen i.V.m. "unserem" Bujinkan Budo Taijutsu an.
Primär geht es uns jedoch um Gewaltfreiheit.

Hintergrund des Bujinkan Budô Taijutsu sind mit Schwerpunkt Verteidigungstechniken gegen unbewaffnete und bewaffnete Angreifer in Verbindung mit Schwerpunkten der Schulung von Koordination und Vermittlung von Körpergefühl. Hierzu können ergänzend Gegenstände des täglichen Bedarfs oder auch traditionelle Waffen eingesetzt werden.

Weiterhin ermöglicht diese Bewegungsform hervorragend, angestaute Aggressionen - unter Kontrolle eines qualifizierten Vermittlers - abzubauen.

In Anlehnung an die Worte "Kokoro no michi" -Anm.: Der Weg des Herzens- ist meiner Meinung nach Gewaltlosigkeit oder Gewaltfreiheit ein Prinzip, das grundsätzliche Gewalt ablehnt und zu überwinden sucht und dabei gleichzeitig Alternativen zu den kritisierten Zuständen entwickelt.

Des weiteren werden im Rahmen der Vermittlung der Bewegungen bei allen Fähigkeits-Leistungsstufen, Grundlagen des Respekts und der Toleranz gegenüber unserem Umfeld vermittelt.

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Terminologisch wird gelegentlich zwischen gewaltlos (situativer Gewaltverzicht) und gewaltfrei (prinzipieller Gewaltverzicht) unterschieden.

Gewaltfreiheit geht davon aus, dass Gewalt oder deren Androhung Probleme nicht lösen, Ungerechtigkeit und Unterdrückung nicht beseitigen kann. Daher wurden vielfältige Aktionsmethoden entwickelt, um gewaltfreie Konfliktlösungen zu erreichen.

Mahatma Gandhi schrieb:
"Die Grundbedeutung von Gewaltfreiheit ist Festhalten an der Wahrheit, Kraft der Wahrheit (Satyagraha). ... Bei der Anwendung von Gewaltfreiheit entdeckte ich schon sehr früh, dass die Wahrheitssuche es nicht erlaubt, dem Gegner Gewalt anzutun. Er muss vielmehr durch Geduld und Mitgefühl von seinem Irrtum abgebracht werden."

Dazu gehören nach Gandhi auch negative Gedanken, Lüge, Hass und übermäßige Eile. Durch Leidensfähigkeit, Geduld und andauerndes Bemühen lernt der Mensch mit sich selbst und anderen in Frieden zu leben.

Ein häufiges Missverständnis von Gewaltlosigkeit ist die Gleichsetzung mit Wehrlosigkeit, Passivität und Tatenlosigkeit. Konflikte sollen aber nicht vermieden, sondern durch gewaltfreien Widerstand bewusst, konstruktiv und phantasievoll geregelt werden.

Daher gehören zu Gewaltfreiheit
- Mut
- Entschlossenheit
- und Zivilcourage

Wesentliches Element der Erziehung zur Gewaltfreiheit ist ferner das Erlernen von Methoden der friedlichen Konfliktbearbeitung:
"Gewaltfreiheit kann und muss gelernt werden".

 

In diesem Zusammenhang z.B. bemüht sich der Stadtjugendring Augsburg "...im Rahmen eines Projektes mit Augsburger Sportvereinen um Integrationshilfe sportbegeisterter Erwachsener und Jugendlicher...".

Unter anderem wird hier als Ziel angegeben, die Dialog- und Konfliktfähigkeit zu steigern...

Im Rahmen des Bündnisses für Erziehung soll gem. Schell-Jugendstudie die Wertvorstellung der Jugendlichen wie
– Verlässlichkeit
– Respektvoller Umgang
– Couragiertes Auftreten
– Mut vermittelt werden.

Aus diesem Grund wurde von uns die Initiative "Gegen Gewalt" gegründet.

gegen-gewalt