Terminologisch
wird gelegentlich zwischen gewaltlos (situativer Gewaltverzicht)
und gewaltfrei (prinzipieller Gewaltverzicht) unterschieden.
Gewaltfreiheit geht davon aus, dass
Gewalt oder deren Androhung Probleme nicht lösen, Ungerechtigkeit
und Unterdrückung nicht beseitigen kann. Daher wurden
vielfältige Aktionsmethoden entwickelt, um gewaltfreie
Konfliktlösungen zu erreichen.
Mahatma Gandhi schrieb:
"Die Grundbedeutung von Gewaltfreiheit ist Festhalten
an der Wahrheit, Kraft der Wahrheit (Satyagraha). ... Bei
der Anwendung von Gewaltfreiheit entdeckte ich schon sehr
früh, dass die Wahrheitssuche es nicht erlaubt, dem Gegner
Gewalt anzutun. Er muss vielmehr durch Geduld und Mitgefühl
von seinem Irrtum abgebracht werden."
Dazu gehören nach Gandhi auch
negative Gedanken, Lüge, Hass und übermäßige
Eile. Durch Leidensfähigkeit, Geduld und andauerndes
Bemühen lernt der Mensch mit sich selbst und anderen
in Frieden zu leben.
Ein häufiges Missverständnis
von Gewaltlosigkeit ist die Gleichsetzung mit Wehrlosigkeit,
Passivität und Tatenlosigkeit. Konflikte sollen aber
nicht vermieden, sondern durch gewaltfreien Widerstand bewusst,
konstruktiv und phantasievoll geregelt werden.
Daher gehören zu Gewaltfreiheit Mut, Entschlossenheit
und Zivilcourage.
Wesentliches Element der Erziehung zur Gewaltfreiheit ist
ferner das Erlernen von Methoden der friedlichen Konfliktbearbeitung:
"Gewaltfreiheit kann und muss gelernt werden". |